Das Fenner Ei – ein Paperweight aus der Region Saar/Lothringen (D)
Webseiten und Literatur
Von Bernd-Ingo Friedrich
Weitere Abbildungen zu diesem Text befinden sich auf der Webseite „A footed egg made in Fenne from the Sarre/Lorraine area“.
Das Protokoll über die Herbstsitzung des Fachausschusses V „Glasgeschichte und Glasgestaltung“ der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft e.V. (DGG), Offenbach, vom 19.−21. September 2003 in Saarbrücken enthält die folgende Passage:

Der Glassammler Peter Nest, Saarbrücken, mit Paperweights.
© die argelola regiofactum.
„Die Erzeugnisse der Fenner Glashütte
Referent: Peter Nest, Saarbrücken
[...] Die Fenner Glashütte produzierte auch Autolaternen und Briefbeschwerer. Letztere waren geschätzte Geschenke und noch nach dem Zweiten Weltkrieg gesuchte Tauschobjekte. Die Briefbeschwerer, teils mit geschliffener, teils mit ungeschliffener Oberfläche gibt es in verschiedenen Formen. Einmal als klassischen Briefbeschwerer, dessen Durchmesser größer ist als die Höhe, und als „Fenner Ei“. Bei letzterem handelt es sich um eine Kugel, deren Höhe merklich größer (ca. 8 bis ca. 11 cm) als der Durchmesser (ca. 6,5 bis ca. 9,5 cm) ist. Der Durchmesser der Grundfläche ist lediglich 2 bis ca. 3,8 cm, so dass der Eindruck eines aufgesetzten Eies entsteht.“
Hinter der profunden, leider etwas kryptisch überschriebenen Webseite „GR-Atlas“ (GR = Großregion/Grande Region), einem „Kartenportal“, verbirgt sich ein – Zitat – „interaktiver Atlas der ‚Großregion’ , die das Großherzogtum Luxemburg, die belgische Region Wallonien, die französische Region Lothringen sowie die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz umfasst.“
Unter der Rubrik „Artikel“ ist dort auch ein „Glas und Kristallerzeugung“ überschriebener von Dr. Eva Mendgen zu finden, in dem weiterführend auf die Glasproduktion im Warndt eingegangen und der Glassammler und Autor Peter Nest in Wort und (einem) Bild mit einigen charakteristischen Produkten, darunter Briefbeschwerern mit und ohne Fuß, vorgestellt wird (s. oben). Erklärend heißt es dazu:
„Verschiedene Forscher haben versucht, die Geschichte der Glashütten im Warndt zu rekonstruieren, Carl Büch, Harald Glaser und Willi Kräuter, Walter Neutzling, Günter Scharwath, Wolfgang Schöpp und Werner Weiter.
Einen wesentlichen Schritt weiter führte die „Feldforschung“ des Gebrauchsglassammlers Peter Nest, der erstmals eine große Anzahl von Produkten der Fenner Glashütte in mühevoller Arbeit zusammengetragen und publiziert hat. Vereinzelte, sehr frühe und schöne Beispiele Fenner Glases fanden zuvor schon den Weg in die Alte Sammlung des Saarland Museums in Saarbrücken.
Vor allem auf diesen Aktivitäten baut das 2007 eröffnete Glasmuseum im Heimatmuseum im Warndt in Ludweiler auf.“
Diesem Artikel schließt sicht eine umfangreiche Liste mit Literaturangaben an, unter denen sich ein für Paperweightsammler besonders interessanter Titel findet: Die Glashütten im Warndt. Hrsg. Heimatkundlicher Verein Warndt e.V. Völklingen-Ludweiler 1999 (leider vergriffen). Das Buch enthält auf den Seiten 257ff. u.a. zahlreiche (Bild-) Beispiele mit Maßangaben für die oben beschriebenen Briefbeschwerer. Ein Titel, der hier jedoch (am 15.11.2011) noch fehlt, ist: Glas und Ton für Kunst und Lohn. Kulturgeschichtlicher Überblick von Saarbrücken bis Völkingen und Warndt. Hrsg. Peter Nest. Saarbrücken-Völklingen 2001. Er beinhaltet (S. 197ff.) weitere Abbildungen von Briefbeschwerern der Fenner Glashütte, die in dieser Hütte innerhalb des offiziellen Produktionsprogramms hergestellt wurden.
(17.11.2011)

Die Briefbeschwerer des leider vergriffenen ersten Teils sind auf paperweights.kulturpixel.de zu finden.
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